Online-Games: Multiplayer und Community wesentliche Erfolgsfaktoren

Alicia 10. Februar 2012 0

Alleine in Deutschland gibt es 14,5 Millionen Nutzer von Online- und Browsergames und es werden täglich mehr. Das virtuelle Spielen am PC hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wesentlichen Element der Internetnutzung entwickelt. So ergab eine Befragung von SevenOneMedia unter Internetnutzern, 24 Prozent der Nutzer im Netz Online-Games spielen.

Browsergames stellen hierbei die am häufigsten genutzte Kategorie der Online-Games dar, wie eine Erhebung durch BITKOM aus dem Jahre 2009 ergab. Knapp 73 Prozent der Online-Spieler bevorzugen Browsergames, bei den Client-Games sind es lediglich 19 Prozent und mit fast 9 Prozent gehören Mobile Games noch zu der am seltensten genutzten Art von Online-Games.

Ein Grund für den Wachstumstrend bei Online- und Browsergames ist, dass nahezu jedes Genre vertreten ist. Werden es früher vorwiegend simple Brett- und Kartenspiele, erstreckt sich die Auswahl an Online-Games von einfachen Mini-Spielen, wie Jump ’n‘ Run, Tetris, Puzzlen etc. bis hin zu umfangreichen Browsergames mit Schauplätzen im Mittelalter oder Weltraum. Der Browserspielmarkt wird mehr und mehr professionell erschlossen, sodass qualitativ hochwertige Spiele entwickelt werden. Echtzeit-Strategiespiele, Sport- und Wirtschaftssimulationen, sowie MMORPGs punkten mit aufwendiger (3D)-Grafik, zahlreichen Features und Spielmöglichkeiten, sowie einer großen Community.

Betrachtet man die Online-Spiel-Genres, so sind laut BITKOM (2009) Denk- und Strategiespiele mit 45 Prozent mit Abstand die am häufigsten gespielte Kategorie. Casual Games, leicht verständliche Gelegenheitsspiele ohne langwierige Lernphase, werden von knapp einem Viertel der Befragten gespielt. Abenteuer- und Simulationsspiele, sowie Virtuelle Welten pendeln sich zwischen einem Spieleranteil von 15 und 17 Prozent ein. Ebenso ausgeglichen ist der Anteil der Online-Gamer in den drei Genres Rollen-, und Fantasyspiele (9,3 Prozent), Jump ’n‘ Runs (9,1 Prozent) und Managementspielen (8,8 Prozent). Auf den hinteren Rängen landen Sport-, und Actionspiele, sowie sonstige Online-Games.

Doch warum sind Online- und Browsergames, in denen Taktik und strategisches Geschick gefragt sind, so beliebt? Angesichts der Gründe, die Spieler von Online-Games für das Spielen nennen, liegt die Antwort auf der Hand. So sind es keineswegs der Zeitvertreib, oder der Wunsch, sich abzureagieren, welche die vordergründigen Motivationshintergründe zum Spielen von Online- und Browsergames darstellen. Stattdessen spielt die Hälfte der Online-Gamer, um erfolgreich zu sein und Spaß zu haben Und 32 Prozent spielen online, um sich zu entspannen (Online-Befragung Bigpoint 2010).

Gerade bei Denk- und Strategiespielen ist die Chance, seine Fähigkeiten herauszustellen und sich ggf. mit anderen Spielern zu messen, hoch. Neben dem Spaßfaktor, spielt der Erfolgsfaktor in diesem Genre eine wesentliche Rolle, was auch ein Grund für den durchschlagenden Erfolg sogenannter Massively Multiplayer Online Games (kurz MMOG) ist. Das gleichzeitige Spielen mit tausenden anderen Spielern, wobei die Interaktion ein wesentlicher Bestandteil des Spiels ist, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn das gemeinsame Spielen fördert nicht nur den Spielspaß, sondern ist gleichzeitig auch ein wichtiger Erfolgsfaktor im Spielverlauf. Beide Motivationsfaktoren werden durch das Genre der Denk- und Strategiespiele gut bedient.

Doch sind das wirklich die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei Online-Games? Betrachtet man den Trendbarometer Games 2011 so stellt man fest: Das gemeinsame Spielerlebnis, sowie die Interaktionsmöglichkeit mit anderen Spielern sind die wohl wichtigsten Erfolgsgaranten für Online-Spiele. Dementsprechend zeigt sich der Gemeinschaftsaspekt auch bei dem Erfolg von Social Games, deren Wachstum im letzten Jahr dank sozialen Netzwerken, wie Facebook oder Google+, weiter zunimmt und mittlerweile eine weltweite Spieleranzahl von über 500 Millionen erreicht hat. 

So identifizierte eine Online-Umfrage der eco unter 90 Experten aus der Games-Branche den Multiplayer-Modus als wichtigsten Erfolgsfaktor für Online-Games, der mit und 77 Prozent Im Vergleich zum Vorjahr zum Vorjahr nahezu unverändert blieb. Anders sieht es Communitys, bzw. Portalen aus, wo sich Spieler treffen, chatten und austauschen können. Hier ist von 2010 zum Jahre 2011 ein größerer Sprung zu beobachten. So bewerteten die befragten Experten diesen Erfolgsfaktor im vergangenen Jahr mit knapp 60 Prozent Relevanz, 2010 waren es noch rund 45 Prozent.

Fast ebenso entscheidend für den Erfolg eines Online-Games ist die Benutzerfreundlichkeit (easy to play/use). Mit rund 56 Prozent war dieser Faktor im Jahr 2010 allerdings um rund 5 Prozent entscheidender, als im vergangenen Jahr. Dies liegt u.a. darin, dass die Spieler erfahrener im Umgang mit Online- und Browsergames  geworden sind und leichter, schneller ins Spiel finden.

Die Erweiterung der Inhalte, z.B. um neue Level, Charaktere, Items etc. halten rund 35 Prozent der Experten für erfolgsentscheidend, das sind ca. 2 Prozent mehr als 2010. Schließlich gilt es, die aktiven Spieler weiterhin an der Stange zu halten und das Online-Game weiterhin attraktiv und abwechslungsreich zu gestalten. Auch Updates und Patches machen Online-Spiele erfolgreich und wurden 2011 mit einem Zuwachs um etwa 3,5 Prozent relevanter bewertet, als im Jahr zuvor.

Ein weiterer Erfolgsfaktor für Online-Games ist user generated content (UGC), also von Nutzern freiwillig erstellten und öffentliche Inhalte in Blogs, Foren, Communities etc. Diese wurden von den Experten mit rund 20 Prozent als erfolgsentscheidend bewertet.

Online- und Browsergames sind beliebt wie noch nie und bleiben auch in Zukunft weiterhin auf Wachstumskurs. Doch die Spieler werden nicht nur erfahrener, sondern  auch immer anspruchsvoller. Entsprechend hoch sind die Anforderungen und Erwartungen an die Publisher, den Wünschen ihrer Zielgruppe zu entsprechen. Die Anzahl an Online- und Browserspielen diverser Genres ist bereits jetzt riesig und besticht durch immer bessere Grafiken, Features und Spielmöglichkeiten.

Der Austausch mit anderen Spielern und das gemeinsame Spielerlebnis bleiben voraussichtlich weiterhin wesentliche Erfolgsfaktoren. In den Entwicklerstuben wird fleißig getüftelt und gewerkelt, um noch bessere, noch spannendere und noch unterhaltsamere Online-Games zu kreieren, die den Spieler am Bildschirm fesseln. Als Nutzer kann man von dieser Entwicklung nur profitieren und darf sich jetzt schon auf viele Neuerungen und Verbesserungen in der großen Welt der Online-Spiele gefasst machen!

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