Zynga bietet Facebook mit eigenem sozialen Netzwerk die Stirn

Alicia 2. Juli 2012 0

FarmvilleZynga, der weltweit führende Anbieter von Social Games will mit einem eigenen Netzwerk endlich aus dem Schatten seines mächtigen Partners Facebook treten. Dies kündigte der Internetdienstleiser im Rahmen des jährlichen Zynga Unleashed Events in San Fransisco an. Bisher war Zyngas Erfolg mit beliebten Social Games, wie „Farmville“, „Castleville“, „CityVille“ oder „Mafia Wars“ vor allem auf die Kooperation mit Facebook zurückzuführen, wo die Spiele eine breiten Masse an Gamern erreichten.

Nun soll „Zynga with friends“ zum neuen Treffpunkt für begeisterte Online-Gamer werden. Zynga-Spieler sollen dort die Möglichkeit erhalten, ein eigenes Profil anzulegen, Nachrichten an ihre Freunde zu schicken und Erfahrungen auszutauschen. Zu den Features von „Zynga with friends“ gehören neben einem Chat, auch die Organisation von Multiplayer-Matches, sowie der Micro-Blogging-Dienst „Social Stream“, wo die werden die freigeschalteten Erfolge und die aktuellen Lieblingsspiele von Freunden angezeigt werden.

Mit dem plattformübergreifenden  Netzwerk, welches bald an den Start gehen soll, möchte Zynga alle Menschen zusammenbringen, die sich für die Spiele des Unternehmens begeistern. Zwar waren einige der Funktionen in der Vergangenheit bereits über Zynga.com verfügbar, allerdings sollen sie über „Zynga with friends“ nun zusammengeführt werden, sodass Facebook-Spieler mit Gamern auf der Zynga-Homepage, sowie Nutzern von Zynga-Spielen via App auf dem Smartphone kommunizieren können.

Egal, ob man also zuhause am Computer oder Laptop, unterwegs auf dem Smartphone oder Tablet, auf Facebook, Zynga.com oder Apps – „Zynga with friends“ soll alle Gamer zu einer starken und riesigen Community vereinen.  Manuel Bronstein, der Geschäftsführer von Zynga.com, rechnet nach eigenen Angaben mit 290 Millionen Nutzern. Spieler mit ähnlichen Interessen sollen Freundschaften knüpfen und dadurch zu „Interessengemeinschaften“, bzw. Spielergruppen erwachsen. Letztendlich will Zynga die Spieler dazu bringen, noch häufiger und noch länger zu zocken.

Mafia WarsMit dem eigenen Social-Network will sich der Online-Spieleanbieter auf eine breitere Basis stellen und seinem starken Partner Facebook die Stirn bieten. Damit dürfte zwischen dem weltgrößten sozialen Netzwerk und seinem seinen wichtigsten Spielelieferanten ein hitziges Gefecht um die spielende Kundschaft erwachsen.

Bislang ist Zynga auf den Erfolg von Facebook angewiesen und generiert 93 Prozent seines Umsatzes über das Social Network. Nun will sich das Unternehmen aus der Rolle des traditionellen Entwicklerstudios abkapseln und mehr als Plattform für Social Games fungieren. Doch warum diese starke Verselbstständigung vom wichtigsten Partner Facebook?

Zwar generiert Zynga einen Großteil seiner Umsätze mit Facebook, allerdings ergibt sich daraus aus eine starke Abhängigkeit. Das Unternehmen steht und fällt somit mit dem Erfolg von Facebook. Dies lässt sich auch an der Aktienentwicklung des Spieleentwicklers beobachten, die seit Facebooks Börsengang noch einmal um fast 20 Prozent eingebrochen ist. Investoren dürften diese Entwicklung skeptisch stimmen.

Zwar beteuerte Zynga-Chef Mark Pincus bei der Veranstaltung in San Francisco, dass es nicht darum gehe, sich von Facebook zu distanzieren, allerdings müssen letztendlich die Investoren überzeugt werden. Dementsprechend müsse Zynga  dafür Sorge tragen, dass die Probleme von Facebook nicht auch die von Zynga werden.

Betrachtet man die die Nutzerentwicklung von Zynga-Spielen, so konnte man im vergangenen Quartal feststelle, dass das Kundenwachstum stottert. Die Zahl der aktiven Nutzer (292 Mio. US-Dollar) legte im Vergleich zum Vorquartal (240 Mio. US-Dollar) kaum zu:

Durchschnittlich monatlich aktive Nutzer von Zynga-Spielen

Auch die Umsätze erhöhten sich im Vergleich zum letzten Quartal 2011 nur leicht (+9,73) und lagen in Q1´12 bei knapp 321 Millionen US-Dollar.

Umsatzentwicklung von Zynga

Trotz des leichten Nutzer- und Umsatzzuwachses schaffte Zynga es nach den hohen Investitionen im vierten Quartal vergangenen Jahres, die u.a. auf den Börsengang zurückzuführen sind, im ersten Quartal 2012 nicht in die Gewinnzone:

Gewinn bzw. Verlust von Zynga

Analysten befürchten, der Börsenneuling Zynga könnte zu geringe Einnahmen pro Nutzer generieren, um nachhaltig in der Erfolgsspur bleiben zu können. Die große Herausforderung besteht nach wie vor darin, die Spieler auch zu zahlenden Kunden zu machen. Denn die Anmeldung und das Spielen an sich sind bei Zynga, sowie bei den meisten Anbietern von Online- und Browsergames, kostenlos. Erst durch den Kauf sogenannter „virtueller Güter“, verdient das Unternehmen Geld.

Das eigene soziale Netzwerk soll nun der neue Hoffnungsbringer sein. Die Idee: Spieler sollen sich dort mit anderen Gamern messen können, wodurch ein gewisser Konkurrenzdruck entsteht, der zum Kauf virtueller Zusatzinhalte verleitet. Zudem lassen sich die Spielerdaten über das plattformübergreifende Netzwerk besser bündeln und auswerten. Die gewonnenen Ergebnisse können dann besser zur Entwicklung neuer und Weiterentwicklung aktueller Spiele genutzt werden. Und je attraktiver ein Spiel ist und umso besser es dem Nutzer gefällt, umso länger bleibt er auch dabei. Auch Weiterempfehlungen an Freunde, Familie, Arbeitskollegen und Bekannte, sind dann wahrscheinlicher.

Letztendlich leben Spieleanbieter, wie Zynga gerade von diesen treuen und überzeugten Spielern, die i.d.R. erst nach einigen Monaten bereit sind, Geld für kostenpflichtige Zusatzinhalte zu investieren und Zynga somit zum Umsatz zu verhelfen.

Quelle: zynga.com

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