USK-Einstufung auch für Online-Spiele

Alicia 18. April 2012 0

Bislang fielen vorwiegend herkömmliche Computerspiele auf physischen Datenträgern in den Verantwortungsbereich der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Im Zeitalter von Online-Spieleplattformen und Browsergames war eine Anpassung der geltenden Regelung erforderlich, deren Umsetzung mit der kommenden Novelle des Jugendschutzgesetzes erfolgen soll. Gemäß dem Vorstoß des Bundesfamilienministeriums soll in Zukunft auch die Alterseinstufung von Online-Spielen in die Obhut der USK gegeben werden. Gleichzeitig soll das Jugendschutzgesetz entsprechend angepasst werden.

Bis dato ist im Jugendschutzgesetz lediglich Alterskennzeichnung von Bildträgern mit Spielen geregelt. Die Altersfreigaben werden von den Obersten Landesjugendbehörden erteilt. Allerdings war bisher unklar, ob bei der Bewertung von Online-Games der Regelungsgehalt des Jugendschutzgesetzes oder der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Bundesländer zur Anwendung kommt.

Mit dem Ziel Kinder und Jugendliche im Internet schützen, hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder eine interministerielle Abstimmungsrunde zur Novellierung des Jugendschutzgesetzes gestartet. Demnach sollen Spiele – unabhängig von ihrem Vertriebsweg – unter den Wirkungsbereich des Jugendschutzgesetzes fallen und demnach von der USK geprüft werden können. Es wird daher eine einheitliche Regelung angestrebt.

Nach der geplanten Novellierung des Jugendschutzgesetzes haben dann auch Anbieter von Online-Spielen die Möglichkeit, ihre Produkte bei der USK einzureichen, bewerten und nach dem Jugendschutzgesetz mit einem entsprechenden Siegel kennzeichnen zu lassen. Damit reduziert sich auch die Unsicherheit auf Anbieter-Seite, ob bei im Internet vertriebenen Spielen nun der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, der eigentlich alle Online-Inhalte abdecken soll oder aber die USK, die beim Jugendschutzgesetz ins Spiel kommt, greift. Bei Bedarf haben diese Unternehmen die Möglichkeit, ein rechtssicheres Kennzeichen zu erhalten, mit welchem eine jugendschutzkonforme Vermarktung ihres Online-Games gewährleistet wäre.

Neben den Anbietern profitieren auch die Eltern minderjähriger Spieler von der geplanten Novellierung des Jugendschutzgesetzes. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder begründete ihre Initiative mit den Worten:

„Eltern brauchen bessere Rahmenbedingungen zum Schutz ihrer Kinder bei Online-Filmen und Online-Spielen […] Offline und Online brauchen wir ein soweit wie möglich vergleichbares Niveau des Jugendschutzes. Mir ist wichtig, dass Eltern, die im Internet auf Jugendschutzprogramme setzen wollen, optimale Rahmenbedingen zum Schutz ihrer Kinder vorfinden. Das betrifft in besonderem Maße Filme und Spiele im Internet.“

Die USK begrüßt die angekündigte Novelle des Jugendschutzgesetzes und sieht in der geplanten freiwilligen Kennzeichnung von Online-Games nach den bewährten Verfahren eine große Chance. Felix Falk, Geschäftsführer der USK, erklärte:

 „Damit könnten die gesetzlichen Regelungen gerade bei Computerspielen in einem zentralen Bereich wieder Anschluss an die mediale Realität finden. […] So können Eltern auch bei komplexen Online-Spielen auf ein Alterskennzeichen als hilfreiche Unterstützung und wichtige Jugendschutzinformationen zurückgreifen.“

Mit der angekündigten Regelung können Online verfügbare Titel zudem auch in Jugendschutzsoftware berücksichtigt werden, bei welchen auf entsprechende Klassifizierungen gesetzt wird. Zur Durchsetzung einer wirksamen Alterskontrolle sollen Online-Anbieter in Zukunft gesetzlich dazu verpflichtet werden, den Zugang zu den Spielen über staatlich anerkannte Jugendschutz-Tools zu ermöglichen. Sie müssen dann entsprechend gekennzeichnete Online-Spiele für ein von der zentralen Aufsichtsstelle für den Jugendmedienschutz anerkanntes Jugendschutzprogramm programmieren. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Spiele nur unter Kindern und Jugendlichen entsprechender Altersstufen verbreitet werden.

Dr. Maximilian Schenk, der Geschäftsführer des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware, kommentiert die Novellierung folgendermaßen:

„Ich hoffe, dass wir damit auf dem Weg sind, eine tragfähige und praktikable Lösung zu finden, die der Logik des grenzenlosen Internets und damit den Verbrauchern wie den Inhalte-Anbietern gerecht wird. Die Klarstellung, welche gesetzlichen Grundlagen für online vertriebene Spiele greifen, ist dabei ein Schritt in die richtige Richtung. Wir benötigen einen funktionierenden Jugendschutz, der über die Grenzen von Deutschland hinaus im internationalen Kontext bestehen kann und die zunehmende Verschmelzung von On- und Offline widerspiegelt.“

Mit der geplanten Jugendschutz-Novellierung wird die USK zum Gremium der Spieleindustrie. Dann fallen sowohl Offline-, als auch Online-Spiele unter ihre Kontrolle. Die Planungen des Bundesfamilienministeriums basieren dabei auf den Handlungsempfehlungen des „Dialog Internet“, den Bundesministerin Kristina Schröder im Herbst 2010 gestartet hat. Sie erklärte:

„Indem wir die bei den Familien anerkannte Alterskennzeichnung für Spiele und Filme auch im Internet ermöglichen, stärken wir die Medienerziehung in den Familien. Weil im Netz aber andere Rahmenbedingungen gelten als im Handel oder im Kino, fördern wir mit Alterskennzeichen Jugendschutzprogramme als nutzerautonomes Instrument.“

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wird zu ihrem Vorschlag in Kürze die Abstimmung unter den beteiligten Bundesministerien einleiten.

Quellen: BMFSFJ & USK

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