Fast 50 Prozent der Browsergames-Nutzer sind über 40

Alicia 2. April 2012 0

Browsergames – Für die Einen einfach ein beliebter Zeitvertreib, für die Anderen mittlerweile ein unverzichtbares Hobby. Ob Strategie- oder Rollenspiele, Simulationen oder Sportgames – Der Browsergames-Markt erfüllt nahezu jeden Genre-Wunsch seiner Nutzer.

Alleine Deutschland verzeichnet insgesamt 15,5 Millionen Nutzer von Online- und Browsergames. Dabei sind Browserspiele mit einem Spieleranteil von knapp 12 Millionen deutlich beliebter. Bekannte Publisher, wie Bigpoint, Upjers, InnoGames & Co. lassen immer wieder neue Konzepte und Ideen einfallen, mit denen sie ihr Spielklientel bei Laune halten und die Spieler vor dem Bildschirm fesseln.

Gelockt wird mit dem kostenlosen Einstieg – Ein Prinzip, welches sich bewährt hat. Doch um aus kostenlosen Nutzern auch zahlende Kunden zu machen, gilt es, diese auch langfristig an das Spiel zu binden. Neben einer kontinuierlichen Optimierung des Spiels, sorgen regelmäßige Events und neue Features für langanhaltenden Spielspaß. Begeisterte Spieler sind mit zunehmender Spieldauer auch eher bereit, reales Geld für virtuelle Zusatzinhalte ausgeben. Noch besser, noch schneller werden – Premium-Accounts und kostenpflichtige Zusatzinhalte sind die Umsatzbringer der Branche.

Online- und Browserspiele generieren in Deutschland rund 10 Prozent der Umsätze aus der gesamten Games-Industrie. Damit sind sie ein fester Bestandteil des deutschen Spiele-Marktes. Die Spieler sind also trotz der grundsätzlich kostenlosen Browsergames durchaus bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Und bei den Nutzern handelt es sich keinesfalls um pubertäre Teenager, die nach den Hausaufgaben stundenlang vor dem heimischen Computer zocken, sondern um durchaus zahlungskräftige Kunden. Denn tatsächlich ist fast die Hälfte aller Browsergames-Spieler über 40 Jahre alt und damit keinesfalls die Zielgruppe, die man auf den ersten Blick hinter der Branche der Browserspiele vermutet hätte.

Altersdurchschnitt von Online-Gamern (Browsergames & Onlinegames)

Im direkten Vergleich zwischen Online- und Browserspielen stellt man fest, dass der durchschnittliche Browsergamer mit 38 Jahren um drei Jahre älter ist, als der durchschnittliche Onlinegamer. Überraschenderweise ist der Anteil der Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren, sowie der jungen Erwachsenen bis 29 Jahren mit insgesamt nur 32 Prozent vergleichsweise gering. Denn der Löwenanteil der Browsergamer ist älter als 30 Jahre.

Somit steht ein Großteil der Nutzer von Browserspielen bereits mitten im (Berufs)Leben und verfügt i.d.R. über ein höheres Einkommen, als junge Spieler. Eine Untersuchung des BIU, die sich mit den Einkommensklassen von Gamern beschäftigte, zeigte, dass grundsätzlich über alle sozialen Schichten in ähnlichem Ausmaß gespielt wird.

Einkommensklassen der Online-Gamer (Browserspieler & Online-Gamer)

Das durchschnittliche Netto- Haushaltseinkommen lag im vergangenen Jahr bei 2.459 Euro. Allerdings war ein Anstieg der Gamer in hohen Einkommensklassen zu beobachten. So nahm die Gruppe der hohen Einkommensklasse von 4.000 Euro und mehr im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent zu.

Und wer glaubt, dass sich hinter der zahlungskräftigen Zielgruppe Ü30 fast nur Männer verbergen, der irrt. Denn die Geschlechterverteilung ist bei Browsergames nahezu ausgeglichen. Ganze 47 Prozent der Browserspieler sind weiblich. Bei Online-Games dominiert der männliche Anteil noch mit 64 Prozent.

Geschlechterverteilung der Nutzer von Onlinegames & Browsergames

Weibliche Spielerinnen im besten Alter, die mitten im Beruf stehen sind eine lukrative Zielgruppe, in die es sich zu investieren lohnt. Es wundert daher nicht, dass bei den Entwicklerfirmen zunehmen weibliche Entwicklerinnen gesucht werden. Lustige Bauernhof-Simulationen á la Farmerama, der eigene virtuelle Kleingarten in Wurzelimperium oder idyllische Strandromantik in Lagoonia – Frauen wissen oft am besten, was Frauen begeistert.

Die Games-Branche buhlt um weibliche Nachwuchskräfte, die mit kreativen Ideen für neue Browsergames aufwarten. Angesicht der Altersverteilung und des entsprechenden finanziellen Backgrounds, ist genügend Umsatzpotential vorhanden. Die Zielgruppe ist zahlungskräftig, aber zahlt sie auch? Dies stellt sich meist er in ein paar Monaten nach der kostenlosen Anmeldung heraus. Doch bis dahin muss man den Spieler erstmal halten können, was  auf dem hart umkämpften Browsergames-Markt eine Herausforderung für die Entwickler und Publisher herausstellt. Die Spieler können von dem zunehmenden Wettbewerb nur profitieren und sich auch in Zukunft auf noch mehr Vielfalt und Spielspaß freuen.

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