Zynga: Zweitplatzierung soll Kurseinbruch auffangen

Lars 15. März 2012 0

Erst im Dezember 2011 startete der Social-Spielentwickler Zynga an der Börse. Damals wurden 100 Millionen zu 10 US-Dollar am Markt platziert, was einem Volumen von etwa einer Mrd. US-Dollar entspricht. Doch der Börsenstart brachte dem Spieleanbieter nicht den erhofften Erfolg. Statt den erwarteten Einnahmen verschaffte der eher schlecht verlaufende Börsengang dem Unternehmen vielmehr satte Verluste. Die mit dem Börsenstart verbundenen Investitionen fraßen Rekordumsätze auf, sodass Zynga im vierten Quartal 2011 einen Verlust von rund 435 Millionen US-Dollar vermelden musste.

Der Börsenstart startete dabei mehr als holprig, zeitweise sank die Zynga-Aktie sogar auf acht US-Dollar. Mittlerweile hat sich der Kurs wieder erholt und befindet sich seit Ende Januar 2012 auf Wachstumskurs. Am 2. März 2012 lag er mit dem Höchststand 15,91 US-Dollar deutlich über dem Ausgabepreis.

Doch trotz der Rekordverluste im vergangenen Jahr und der Schlappe beim Börsenstart will Zynga laut Nachrichtenagentur Bloomberg in einem zweiten Börsengang eine weitere Aktienrunde schmeißen und noch mehr Wertpapiere in Umlauf bringen. Was ist der Hintergrund? Anscheinend fürchtet das Startup aus San Francisco einen Kursverfall, der mit einer Zweitplatzierung stabilisiert werden soll. Aus dem Unternehmen hieß es, dass bestimmte Aktionäre ihre Aktien verkaufen würden. Der Massenverkauf von z.B. Mitarbeiter-Aktien könnte Auslöser eines Kursverfalls sein, den der Online-Spielehersteller mit dem zweiten Börsengang auffangen möchte. Damit möchte Zynga seinen Investoren und Altaktionären die Möglichkeit bieten, sich von Anteilen zu trennen und ihre Aktien schon vor Ablauf der vorgeschriebenen Haltefrist zu verkaufen.

Für längerfristig orientierte Teilhaber hingegen soll die Sperrfrist verlängert werden. Offensichtlich möchte Zynga Großinvestoren dazu bewegen, einer längeren Lockup-Periode zuzustimmen, einem vorher festgelegten Zeitrahmen, in dem keine Aktien verkauft werden dürfen. Im Regelfall dürfen Anteilseigner, wie Altaktionäre und Firmen-Insider, ihre Anteile erst ab einem bestimmten Termin, meist sechs Monate nach der Erstausgabe, veräußern. Diese Lockup-Periode endet bei Zynga laut Börsenprospekt am 28. Mai 2012. Einige Aktien dürfen allerdings auch schon um den 30. April, bzw. drei Tage, nachdem die Quartalsergebnisse bekanntgegeben wurden, abgestoßen werden.

Die zweite Verkaufsrunde soll demnach noch vor Ablauf der ursprünglichen Sperrfirst stattfinden. Dabei stehen in erster Linie langfristig orientierte Investoren, etwa Venture-Kapitalgesellschaften, im Fokus der zweiten Platzierung.

Mit der Zweitplatzierung könnte das Unternehmen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum Einen würde damit den Investoren der Vorteil geboten werden, ihre Anteile weiter verkaufen zu können. Zum Anderen könnte diese Strategie Zynga vor dem Schicksal anderer Online-Unternehmen, wie Linkedin, Demand Media, des Internetradios Pandora, aber auch Giganten, wie Google bewahren, deren Kurse zum Ende der Sperrfrist einbrachen.

Zynga will mit seinen Plänen einen Kurseinbruch nach der Lockup-Periode verhindern, schließlich hat sich der Online-Spieleentwickler für die Zukunft einiges vorgenommen. Neben Expansions-Plänen im Mobile-Bereich, für die bereits eine Reihe von Zukäufen getätigt wurden, will Zynga die Abhängigkeit von Facebook durch eine eigene Spiele-Community, auf der sowohl eigene Spiele, als auch Gaming-Angebote Dritter angeboten werden sollen, verringern. Denn über das soziale Netzwerk setzt Zynga bisher stattliche 90 Prozent um.

Quelle: bloomberg.com

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