Masterstudiengang “Games” mit neuer Professur für Gamedesign und -produktion

Alicia 12. März 2012 0

Die HAW Hamburg ist deutschlandweit die einzige Universität, die einen staatlich anerkannten Masterstudiengang für Games anbietet. Der Master „Zeitabhängige Medien – Sound-Vision/ Games“ wird seit dem Sommersemester 2011 an der HAW angeboten und startet ab heute mit einer neuen Professur ins Sommersemester 2012.

Mit Prof. Ralf Hebecker bekommt der Studiengang nun fachkundige Verstärkung. Der Professor übernimmt ab diesem Sommersemester die Professur für Gamedesign und -produktion an der Fakultät Design, Medien und Information (DMI). Bei seiner Unterstützenden Tätigkeit an der HAW kann der 41-jährige Diplomdesigner von seiner zehnjährigen Erfahrung zurückreifen. Und sein Lebenslauf liest sich schon beeindruckend.

Hebecker gründete eine eigene Firma, arbeitete als Forscher und realisierte und zahlreiche Medienprojekte für die unterschiedlichsten Unternehmen.  Zudem war er vier Jahre lang als Dozent, sowie als Autor für Interaction-, Service- und Communication Design in Neuseeland.  Die parallele Entwicklung von Software und Spielen prägten seine interdisziplinäre oder fächerübergreifende Arbeitsweise, die er nun auch an der HAW Hamburg nutzen kann:

„Games-Design ist noch stärker als andere Studiengänge ein wirklich interdisziplinärer Studiengang. Das spiegelt sich auch in meiner Person wider: Ich selbst bin Designer, jetzt aber unterstütze ich hier  an der HAW Hamburg die Medientechnik.“

Das Studienfach Games ist laut Hebecker das Ergebnis der erfolgreichen Hamburger Games-Industrie, der Stadt Hamburg, sowie der Beteiligten an der HAW Hamburg, die früh vorausschauend waren. Das zahlt sich nun aus, denn der interdisziplinäre Studiengang an der HAW Hamburg ist etwas Besonderes, das es in Deutschland in der Form nicht noch einmal gibt. Doch der Master „Games“ ist nicht nur der erste, sonden auch der einzige kostenfreie Studiengang seiner Art.

Das hat es Ralf Hebecker erleichtert, in die Hansestadt zu ziehen und an der HAW Hamburg seine neuen Aufgaben anzutreten:

 „Ich bin hier sogar mal als Kind für sechs Wochen zur Schule gegangen. Dadurch ist mir alles noch ein bisschen vertraut […] Ich freue mich darauf, jetzt das lehren zu können, was ich in meinem Beruf seit Jahren mache: Spiele entwickeln.“

Der Masterstudiengang „Zeitabhängige Medien – Sound-Vision/ Games“, der sich in die Teilstudiengänge „Sound-Vision“ und „Games“ gliedert, vermittelt den Teilnehmern auf bislang einmalige Weise die inhaltliche Verknüpfung der Komponenten Technik, Gestaltung und Kunst.

Dabei wird Event- und Veranstaltungstechnik mit Game-Design, Animation, Informatik, Architektur und Information mit zentralen Ausdrucks- und Gestaltungsmitteln von Film-, Video- und Musikproduktion, wie Sound, Psychologie, Narration, Bühne, Musik und Film zu einer innovativen und kreativen Disziplin zusammengefügt. Die Bereiche Ton, Bewegtbild / Video und Games bildet dabei die Schwerpunkte der Lehrinhalte und werden im besonderen Bezug zum stilbildenden Faktor Zeit vermittelt und vertieft. Damit ist der Masterstudiengang „Games“, sowohl inhaltlich, als auch strukturell einmalig in Deutschland.

Während des Studiums durchlaufen die Teilnehmer  Pflicht-, Wahl- und Vertiefungsfächer und erarbeiten ein zentrales wissenschaftliches oder künstlerisches Projekt, sowie die abschließende Masterarbeit.

Der neue Professor Ralf Hebeckers wird sie dabei mit seiner langjährigen Erfahrung in der Forschung und Entwicklung unterstützen. Eines der Lehr- und Forschungsschwerpunkte von Prof. Hebecker ist das sog. Purposeful Gaming, welches er wie folgt erklärt:

„Das ist ein Spiel mit Zusatznutzen und ein Teilgebiet der momentanen Gamification-Bewegung, also der Bereicherung der Arbeits- und Lernwelt mit Methoden aus Computerspielen. Für die Teilnehmer ist es ein richtiges Spiel, während die Betreiber auf diese Weise große Berechnungsprojekte von tausenden oder gar Millionen Helfern umsetzen lassen können“

Ein bekanntes Projekt ist das das „Solve Puzzles for Science“- oder „foldit“-Spiel, wo Tausende von Spielern versuchen, Moleküle sinnvoll „zusammenzufalten“. Dabei sammeln die Spieler Punkte, die den Wissenschaftlern gleichzeitig wichtige Erkenntnisse liefern. Mit seinem Projekt sketcharoo.com hat Prof. Hebecker selbst eine solche Online-Plattform geschaffen, die Teilnehmer zu einer Partie „Montagsmaler“ zusammenführt. Dort kann man handgemalte Zeichnungen malen und erkennen.

„Die Ergebnisse solcher Wort-Bild-Übersetzungen sind gefragte Daten für Suchmaschinenbetreiber, Verlage oder in der Marktforschung.“

Heute, am 12. März war der Startschuss für das neue Sommersemester. Zum dreisemestrigen Masterstudiengang „Games“ treten insgesamt 18 Studienbeginner an. Das neue Semester in dem noch recht jungen Studiengang dürfte jedoch nicht nur für sie, sondern auch für Ralf Hebecker eine aufregende Zeit werden.

Quelle: HAW Hamburg

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