Zynga: Nur 1,2 Prozent der Spieler zahlen für Online Games

Alicia 27. Februar 2012 1

Online Spiele boomen. Im Jahr 2011 lag die Anzahl der Nutzer von Social Games weltweit bei rund 62 Millionen, Trend steigend. Denn im laufenden Jahr soll sich die Nutzerzahl auf 68,7 erhöhen.

Mit einem Marktanteil von 38,10 Prozent ist Zynga nach wie vor der Platzhirsch unter den Social-Games-Herstellern. Das US-Unternehmen besetzt mit bekanntesten Online Spielen, wie City Ville, Farm Ville, Castle Ville, Empires & Aliens, Words with Friends, sowie Mafia Wars 2 sechs der Top 10 Browsergames auf Facebook.

Social Games sind bei den Nutzern beliebt wie nie zuvor. Neben Spaß und Spannung wecken sie den Wettbewerbsgeist, bauen Stress ab und fordern geistige Anstrengung. Und das Beste: Das gesamte Spiele-Paket gibt es kostenlos! Doch obwohl die Spiele an sich kostenlos nutzbar sind, machen Facebook, Zynga & Co. ein gutes Geschäft. Wie geht das?

Den Rubel ins Rollen bringen Spieler, die bereits sind, für sogenannte „Virtuelle Zusatzinhalte“ bares Geld zu investieren. Bei Facebook wird der Kauf von virtuellen Waren oder Währungspaketen mit Facebook-Gutschriften getätigt. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Währung, mit der man in allen Spielen und Anwendungen, die Zahlungen akzeptieren, auf der Facebook-Plattform virtuelle Güter kaufen kann. Für den Kauf eines Artikels in einem Spiel erwirbt man Facebook-Gutschriften, die dann automatisch in den ausgewählten Spielartikel umgewandelt werden.

Damit bietet Facebook seinen Nutzern nur eine virtuelle Währung für alle Spiele. Die Hürde, Euro oder Dollar in virtuelle Güter zu investieren ist damit deutlich geringer. Anstatt sich mit den unterschiedlichen Spielwährungen der einzelnen Anbieter auseinanderzusetzen, kann man mit den einmal erworbenen Facebook-Credits in allen Social Games bezahlen. Seit Mitte 2011 hat Facebook seinen Nutzern die Wahlfreiheit abgenommen, die Facebook-Währung oder die Spielwährung der Anbieter zu nutzen. Mittlerweile sind die „Credits“ das einzige Zahlungsmittel.

Facebook verdient mit der eigenen Währung gutes Geld. Satte 30 Prozent des Umsatzes, den Zynga & Co. mit virtuellen Zusatzinhalten umsetzen wandern in Facebooks Tasche. Ein durchaus lohnendes Geschäft, wenn man bedenkt, dass der Umsatz mit Social Games bei Facebook im Jahre 2011 bei rund 1,7 Milliarden US-Dollar lag. Die Zukunftsprognosen sind rosig – So wird in den kommenden Jahren ein kontinuierliches Wachstum erwartet. Laut Schätzungen soll der Umsatz mit Social Games bei Facebook bis 2014 noch um 82,4 Prozent auf 3,1 Milliarden US-Dollar steigen.

Noch bevor die eigene Währung bei Facebook Pllicht geworden ist, gab es für jedes Mitglied ein Geschenk in Form von 20 Gratis-Gutschriften. Angesichts der satten Provisionen, die Facebook mit dem Umsatz virtueller Güter erzielt, wurden werden Kosten, noch Mühen gescheut, die Nutzer an die virtuelle Währung zu gewöhnen. Und tatsächlich ist es gelungen, den Spielern die Scheu vor der neuen Bezahlmethode zu nehmen.

Die Umsätze von Facebook und der Online-Spieleschmiede Zynga erreichen regelmäßig Rekordhöhen. Obwohl die Nutzerzahlen bei Zynga stagnieren, boomen die Umsätze. So setzte Zynga im vergangenen Jahr 1.140,10 Millionen US-Dollar um,  fast doppelt so viel, wie im Jahr zuvor. Das lässt darauf schließen, dass immer die User mehr Geld für virtuelle Güter ausgeben.

Doch auf Erfolgen will sich Zynga nicht ausruhen. Denn trotz der beeindruckender Umsätze die der Social-Games-Gigant bei Facebook erzielt, sind nur die wenigsten Spieler bereit, echtes Geld für virtuelle Güter zu bezahlen. Von den durchschnittlich 240 Millionen monatlich aktiven Nutzern gibt laut jüngstem Quartalsbericht nur ein Bruchteil von 2,9 Millionen Geld für bessere Tiere, stärkere Waffen etc. aus. Das sind gerade mal 1,2 Prozent, da ist also noch viel Luft nach oben. Im Vergleich zum dritten Quartal ist die Zahl der zahlungswilligen Spieler allerdings um 300.000 gestiegen, was ein Plus von 13 Prozent bedeutet. Der Umsatz pro eindeutigem Benutzer ist von 0,51 US-Dollar im vierten Quartal 2009 auf 2,03 Dollar im Q4 2011 gestiegen.

Zynga setzt alle Hebel in Bewegung, den Spielermassen noch mehr Geld zu entlocken. Kostenlose und qualitativ hochwertige Online Games sind der Einstieg, um möglichst viele neue Spieler zu gewinnen. Aber Geld verdienen Zynga, Facebook etc. erst durch zahlungsbereite Spieler. Ziel muss es daher zum Einen sein, immer bessere Spiele auf den Markt zu bringen, zum Anderen aber auch, den aktiven Spielern Anreize für zahlungspflichtige, virtuelle Zusatzelemente zu bieten.

Mit aufwändig produzierten Online Games, wie „Hidden Chronicles“ – das jüngste Spiel des Spieleproduzenten Zynga – soll die Erfolgsgeschichte von City Ville, Farm Ville & Co. weitergeführt werden. Die Marketingmaschinerie läuft auf Hochtouren: Entwicklungskosten in Millionenhöhe müssen schließlich wieder reingeholt werden. Der Preis der kostenlosen Games sind daher leider oftmals massive Anzeigen, in denen die kostenpflichtigen Hilfsmittel angepriesen werden. Der Spieler soll durch zeitlich befristete Schnäppchen und sich daraus ergebende, bessere Erfolge bei den Spielen weichgekocht werden. Denn wer im Wettstreit mit anderen Spielern bestehen möchte, muss früher oder später zahlen. Daher greifen auch immer mehr Spieler für die Spielbeschleuniger in die Tasche, um besser, schneller und erfolgreicher zu sein, als andere.

Solche Spieler sind für die Spieleentwickler- und Plattformen Gold wert, nicht umsonst werden sie zahlungswillige „Wale“ genannt. Und die „Waljagd“ geht weiter – Im Zentrum der zukünftigen operativen Planung bei Zynga steht neben der erfolgreichen Markteinführung neuer Spiele, vor allem auch deren Monetarisierung. Die Spieler sollen mit immer neuen Angeboten gelockt werden. Die Herausforderung für Zynga besteht darin, die Anzahl der zahlungsbereiten Spieler zu steigern, dem wachsenden Wettbewerb auf dem Social-Games-Markt standzuhalten und die wechselnden Interessen der Spieler echtzeitig zu erkennen.

GD Star Rating
loading…

Zynga: Nur 1,2 Prozent der Spieler zahlen für Online Games, 10.0 out of 10 based on 2 ratings

Ein Kommentar »

  1. Johanna 27. Februar 2012 at 18:11 - Reply

    Jetzt im Ernst? Wenn man sich dann mal vorstellt, was Zynga verdienen würde wenn noch mehr Spieler Geld ausgeben…dass es wirklich nur so wenige sind hätte ich nicht gedacht.

Hinterlasse ein Kommentar »

banner