Zynga: Umsätze boomen, Nutzerzahlen stagnieren

Alicia 24. Februar 2012 0

Der erste Quartalsbericht des Social-Games-Riesen Zynga, seit Börsengang im Dezember, sorgte bereits für Ernüchterung. Denn für für das vierte Quartal 2011 verzeichnete Zynga einen satten Verlust in Höhe von 435 Millionen Dollar.

Allerdings war ein Großteil der Kosten auf die Personal- und Marketingausgaben im Rahmen der Aktienplatzierung, sowie gestiegene Entwicklungsausgaben zurückzuführen. Insofern sieht die Situation in Wahrheit nicht ganz so trist aus, wie es die Statistik zeigt.

Betrachtet man allein die Umsatzzahlen, sieht es für die Macher von „Farmville“ und „Cityville“ mehr als rosig aus. Alleine im vergangenen Jahr 2011 stieg Zyngas Umsatz um phänomenale 60 Prozent auf satte 1.140,10 Millionen US-Dollar!

Allerdings wurde auch klar, dass der Platzhirsch unter den Online-Games sein rasantes Wachstumstempo nicht halten kann. Wachstum ist zwar nach wie vor da, jedoch bei weitem nicht mehr in dem Ausmaß, wie der Social Gaming-Anbieter begann.

Den Löwenanteil am Umsatz erwirtschaftet Zynga durch den Verkauf virtueller Güter, wie z.B. Traktoren oder Pflanzensamen. Die Spiele an sich sind kostenlos, doch selbst bei kleinen Preisen für virtuelle Güter kommt einiges zusammen. Ziel von Zynga muss es daher sein, möglichst viele aktive Spieler zu locken, diese auch längerfristig bei der Stange zu halten und zu zahlenden Kunden zu machen.

Die Anforderungen an neue, bessere Social Games sind daher hoch, ebenso, wie die Herausforderung, den wachsenden Ansprüchen der Nutzer gerecht zu werden. Daher werden weder Kosten, noch Mühen gescheut, neue Spiele auf den Markt zu bringen. Betrugen die Entwicklungskosten im Jahr 2010 noch 51,5 Millionen Dollar, so schossen sie 2011 bereits auf 444,7 Millionen hoch. Mit neuen Games, wie z.B. „Castleville“ will Zynga seine Unabhängigkeit von Facebook vorantreiben. Denn bisher erzielte der US-Konzern nahezu den gesamten Umsatz über das soziale Netzwerk.

Beliebte Casual Games, wie „FarmVille“, „Mafia Wars“, „Treasure Isle“, „FishVille“ und „PetVille laufen gemäß Vereinbarung exklusiv bei Facebook und werden dafür vom Netzwerk besonders unterstützt. Zynga verdient dabei sowohl an der neben den Spielen eingeblendeten Facebook-Werbung, als auch über den Verkauf virtueller Güter. Allerdings gehen von letzteren ganze 30 Prozent direkt an Facebook. Zynga will diese Abhängigkeit in Zukunft zurückschrauben.

Man mag davon ausgehen, dass bei jährlichen Umsatzrekorden auch die Nutzerzahlen steigen mögen, dem ist aber nicht so. Denn in Wahrheit stagnieren die Zahlen aktiver Nutzer von Zynga-Spielen. Im vierten Quartal legte die Zahl der aktiven Nutzer pro Monat im Vergleich zum Vorjahr zwar um 23 Prozent auf 240 Millionen zu, allerdings konnte der Social-Games-Gigant zu den beiden ersten Quartals 2010 lediglich 1,5 bis 2,5 Prozent neue, aktive Spieler gewinnen. Und auch die Zahl der täglichen Nutzer, welche Ende des vergangenen Jahres bei 54 Millionen lag, konnte im Vergleich zu den Vorjahren kein nennenswertes Wachstum verzeichnen.

Wachsender Umsatz, stagnierende Nutzerzahlen – Die logische Schlussfolgerung ist, dass die Spieler mehr Geld für virtuelle Zusatzinhalte ausgeben. Vergleicht man den Umsatz pro eindeutigem Benutzer mit den Quartalen der Vorjahre, so ist eine steigende Zahlungsbereitschaft vorhanden.

Zwar ist der Anteil der zahlenden Spieler noch sehr gering, doch diejenigen, die zahlen, geben mittlerweile mehr aus. Um nachhaltig in der Erfolgsspur zu bleiben, muss sich dieser Trend fortsetzen. Die Sorgen der Analysten, Zynga könnte zu wenig Geld pro Nutzer einnehmen, sind dabei nicht ganz abwegig.

Denn nachdem sich die Wachstumszahlen an monatlichen und täglichen Spielern im ersten Quartal 2011 noch im Aufwärtstrend befanden, trat ab dem zweiten Quartal der Dauertiefflug bis zum Jahresende ein. Vergleicht man das letzte Quartal der vergangenen drei Jahre, so stellt man fest, dass die Pro-Kopf Einnahmen zwar kontinuierlich anstiegen, allerdings in deutlich geringerem Ausmaß. Betrug der Sprung von 2009 auf 2010 noch 1,25 US-Dollar (+245,1 Prozent), so betrug er von 2010 auf 2011 nur noch ein Plus von 0,27 US-Dollar (+15,3 Prozent).

Es mag sich zwar nur um winzig erscheinende Beträge handeln, welche Spieler für virtuelle Güter ausgeben. Doch selbst, wenn nur ein Bruchteil der aktiven Zynga-Spieler bares Geld für virtuelle Zusatzinhalte ausgibt, reicht es bei monatlich 240 Millionen aktiven Spielern, immer noch, um Rekordumsätze zu erwirtschaften.

GD Star Rating
loading…

Zynga: Umsätze boomen, Nutzerzahlen stagnieren, 10.0 out of 10 based on 2 ratings

Hinterlasse ein Kommentar »

banner